Chronik unseres Vereins

25.05.1950 - Die Vereinsgründung

9 aktive und 23 passive Mitglieder "besprachen sich, stimmten zu und beschlossen, den Musikverein Forchtenberg zu gründen und lebendigen Bestandteil unserer Stadt werden zu lassen." Am 25. Mai 1950 also begann die offizielle Geschichte unseres Musikvereins.

Doch schon lange vorher haben sich in Forchtenberg Musik liebende Bürger zusammengetan, um die Volksmusik zu pflegen. Schon vor 1900 bis Ende der 20er Jahre bestand eine etwa 8 Mann starke Blaskapelle. An eine Vereinsgründung hat man allerdings damals nicht gedacht. Diesen Gedanken verfolgte man erst nach den Wirren des zweiten Weltkriegs - in der Zeit des Wiederaufbaus. Die Männer, die Verantwortung für den jungen Verein in der ersten Stunde übernommen haben, waren:

Fritz Weiß - geschäftsführender Kopf und mit seinem Namen verantwortlich zeichnend, genannt Vorstand.
Egon Ludwig - Stellvertreter, wenn es dem Fritz mal zuviel werden sollte.
Franz Wirth - Dirigent, König mit dem Zepterstab.
Fritz Schmälzle - ernannt zum Wart für Schlüssel und Noten.
Fritz Winkler - er musste Instrumente pflegen und auf sie Obacht geben - kurz: Er war Instrumentenwart.
Ernst Bodenmüller - ernannt als Kassier, den Musikerlohn, ebenso wie die Ausgaben buchungsmäßig zu erfassen.
Heinz Golgath - gesucht und gefunden als Federführer, der möglichst alles Wichtige erhalten und aufzeichnen sollte.

Aber auch einigen Außenstehenden wollte man Sitz und Stimme geben, um als edle Freunde und Gönner mit dabei zu sein. So wurden zu Beisitzern: Bürgermeister Adolf Hebeiß, Zahnarzt Karl Bauer und Emil Schmetzer.

Viele Bürger sorgten durch ihre Mitgliedschaft, vor allem aber durch Spenden und zinslose Darlehen, für die erste finanzielle Basis des jungen Vereins. Besonders hervorzuheben ist die kollegiale Unterstützung durch den Gesangverein Liederkranz, der den Musikverein mit einem zinslosen Darlehen von 100.- DM unterstützte. Der Mitgliedsbeitrag betrug 2.- DM pro Jahr.

24.12.1951 - Eine lange Tradition beginnt

Der Musikverein spielt Weihnachtslider an Heilig Abend. Schriftführer Heinz Golgath schrieb damals: Weihnachten spielten die Mitglieder der Blaskapelle, durch den Ort gehend, an verschiedenen Plätzen unsere herzlichen, alten Weihnachtslieder, was doch von allen recht freudig aufgenommen wurde, denn in keinem Haus blieb ein Fenster geschlossen. Jeder sah hinaus und dieser schöne Weihnachtsbrauch sollte erhalten werden.
Sein Wunsch ging in Erfüllung: Noch heute spielt der Musikverein, zwischenzeitlich nicht nur in Forchtenberg selbst, sondern auch in verschiedenen Stadtteilen an Heilig Abend die guten alten Weihnachtslieder.

11. - 13.07.1953 - Musikfest in Forchtenberg

In einer Ausschusssitzung am 11.04.1953 im Café Burkhardt entschloss man sich, das schon länger ins Auge gefasste Musikfest durchzuführen und legte ein abwechslungsreiches Programm fest. Beim Konzert am Samstag unterstützte uns der MV Bönnigheim, der Gesangverein Liederkranz, die TG Forchtenberg, die Kapelle Melodia und Ursula Weiss und Franz Wirth mit einem vierhändigen Klaviervortrag.

Der Tag war ausgefüllt mit Festgottesdienst, Platzkonzert, Festzug, Massenchor, Einzelvorträgen der 9 Gastkapellen und endete schließlich mit gemütlicher Unterhaltung in der Turnhalle und auf dem Festplatz.

   

Ein Kinderfest mit einem "Festzug der Jugend" und ein fröhlicher Ausklang mit Tanz bildete am Montag Abschluss. Anlässlich des Musikfestes übernahm der Musikverein Bönnigheim die Patenschaft für unseren Verein.

20.01.1954 - Fritz Schmälzle übernimmt den Dirigentenstab von Franz Wirth.

Mit diesem Datum beginnt die "Ära Schmälzle" im musikalischen Bereich. 28 Jahre lang sorgte Fritz Schmälzle dafür, dass der Verein sich musikalisch weiterentwickelte. 1982 übergab er dieses Amt an seinen Sohn Hans, der bis heute die Verantwortung für das musikalische Geschehen im Verein übernommen hat.

30.06.1957 - Bezirksmusikfest mit Wertungsspiel in Möckmühl.

Die Kapelle nutzt die Gelegenheit, sich einmal vor größerem Publikum und einem Preisgericht zu präsentieren. Am Sonntagmorgen um 5.30 Uhr machten sich 42 Musiker und Mitglieder mit dem Autobus auf den Weg nach Möckmühl.

Beim Wertungsspiel nahmen 22 Kapellen teil. Wir spielten unter der Leitung von Fritz Schmälzle mit 15 Musikern die Jagd-Ouvertüre St. Hubertus und erreichten mit 109 Punkten einen hervorragenden 1. Peis.

02.01.1965 - Jahresfeier

Es war die erste Jahresfeier nach dem Umbau der Turnhalle. Die Tradition der Jahresfeiern des Musikvereins ist lang. Bereits in den frühen 50er Jahren fanden mal unter der Bezeichnung Familienfest, mal unter dem Namen Jahresfeier oder auch als "Bunter Abend" regelmäßig um den Jahreswechsel herum unterhaltsame Abende statt.

Einmal sogar, 1957, hat man bekannte Künstler engagiert. Manche erinnern sich sicher noch an den Humoristen Emil Winkler und den Musikclown Jörgel - oder etwa nicht?

Seit dem Jahreswechsel 59/60 bis heute führen wir unsere Jahresfeier zusammen mit dem Gesangverein Liederkranz durch. Eine Zeit lang, Anfang der 70er Jahre, sorgte zusätzlich noch der Kirchen- und Posaunenchor für ein abwechslungsreiches Programm.

Bis 1996 gab es regelmäßig Wiederholungen der Jahresfeiern. Da der Besuch aber zunehmend zu wünschen übrig ließ, wechselten wir 1997 von den abendlichen Jahresfeiern auf einen Adventsnachmittag um.

Seit den späten 60er Jahren strapazierte die Theatergruppe des Gesangvereins regelmäßig mit großem Erfolg die Lachmuskeln der Besucher. Schade, dass diese Tradition 1997 zu Ende ging.

14. - 16.10.1966 - Herbstfest mit Trachtenweihe.

Bereits ungefähr 2 Jahre vorher war man zu dem Entschluss gekommen: Eine einheitliche Tracht muss her. Denn die Kapelle erfreute sich allgemeiner Beliebtheit und hatte doch einige Termine im Jahr zu absolvieren. Ein einheitliches Erscheinungsbild stünde hier sicher gut zu Gesicht. Doch die Mittel waren knapp. Man sparte und dank der Unterstützung durch Mitglieder, Gönner und Gemeinde war es dann zum Herbstfest 1966 so weit: Die neue Tracht konnte der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

In den folgenden Jahren wurde die Tracht laufend ergänzt. Doch nach über 20 Jahren Gebrauch war der Punkt erreicht, wo man an die Anschaffung völlig neuer Uniformen denken musste.

1986 beschloss man dann, diesen finanziellen Kraftakt anzugehen, denn man rechnete mit Kosten in einer Größenordnung von ca. 30.000.- DM. Angebote wurden eingeholt, verglichen und über die Finanzierung diskutiert. Mit Hilfe einer Zuwendung der Stadt in Höhe von 12.000.- DM und einer Flut von Spenden war es dann möglich, die neuen Uniformen zu kaufen. Rechtzeitig zum Weinfest 1988 konnten die neuen Uniformen den Musikern übergeben werden.

23. - 25.06.1972 - Musikertreffen in Forchtenberg.

In der Hohenloher Zeitung war nach dem Festwochenende zu lesen:
Ganz auf Blasmusik eingestellt war am vergangenen Wochenende Forchtenberg: Der Musikverein hatte zu einem großen Musikertreffen geladen. Beim Festzug am Sonntag wurde den Einwohnern und Gästen, die dicht gedrängt die Hauptstraße säumten, von insgesamt 14 Kapellen der Marsch geblasen. Angeführt wurde der klingende Umzug vom Spielmannszug der TSG Öhringen, den guten Schluss bildete die Gastgeberkapelle. Höhepunkt der musikalischen Darbietung war der Massenchor auf dem Wasen vor der malerischen Kulisse des mittelalterlichen Städtchens.

Aber nicht nur Masse war Trumpf, sondern auch Klasse. Ein besonderer Genuss für Freunde der Blasmusik war der Auftritt der 53 Musiker des Musikvereins Löchgau, einer Kapelle der Kunststufe.

Außerordentlich gutes Wetter und damit viele Besucher sorgten dafür, dass dieses Fest zu einem vollen Erfolg wurde.

06. - 08.06.1975 - 25jähriges Jubiläum des MV Forchtenberg

Nach wochenlangen Vorbereitungen meinte es der Wettergott gut mit uns: Wir konnten bei sommerlich warmem Wetter unser Jubiläumsfest feiern.

Die Blaskapelle Gommersdorf umrahmte am Freitag die gut besuchte Bier- und Weinprobe. Unterhaltsame Stunden im Festzelt gingen dem Festkonzert am Samstagabend voraus. Die Jugendkapelle aus Crailsheim servierte ein leichtes und beschwingtes Programm, für das die Musiker der Oberstufe reichlich Applaus ernteten.

Im Rahmen der Festansprachen erhielten die drei Gründungsmitglieder die Ehrennadel des Vereins, die 25 Jahre lang aktiv in der Kapelle mitspielten: Otto Schenk, Fritz Schmälzle und Fritz Winkler.

Nach dem Frühschoppenkonzert am Sonntagvormittag mit dem Musikverein Bönnigheim erklang am Nachmittag flotte Marschmusik durchs Städtchen. Ein Festzug mit 13 Kapellen zog vor den dicht gedrängt stehenden Zuschauern hinunter zum Wasen, wo man den Umzug mit einem Massenchor beendete.

Optischer Höhepunkt und Abschluss des Jubiläumsfestes war die einmalige bengalische Beleuchtung der historischen Kulisse Forchtenbergs.

06.07.1975 - Kreismusikfest mit Wertungsspiel in Crailsheim.

Aus der Chronik: Beim 14. Kreismusikfest in Crailsheim stellten sich unsere Kapellen zum Wettstreit mit anderen Musikvereinen. Die Jugendkapelle unter der Leitung von Hans Schmälzle musste um 8.45 Uhr zum Wertungsspiel antreten, die Gesamtkapelle um 10.00 Uhr.

Nach dem Mittagessen und dem Festzug wurde beim Festplatz der Massenchor mit ca. 2000 Musikern vorgetragen. Im Festzelt folgten dann die Vorträge der Gastkapellen, darunter auch wir. Um 18.00 Uhr erfolgte dann die Bekanntgabe der Wertungsergebnisse. Groß war der Jubel, als die Jugendkapelle bei ihrem ersten Wertungsspiel überhaupt in der Unterstufe einen 1. Rang erzielte.

Die Gesamtkapelle erreichte sogar in der Mittelstufe einen 1. Rang mit Auszeichnung. Man kann den Kapellen zu dieser großartigen Leistung gratulieren.

   

08.07.1979 - Kreismusikfest mit Wertungsspiel in Bretzfeld.

Wie schon 1977 spielte unsere Kapelle in der Oberstufe und erreichte wieder einen ersten Rang mit Auszeichnung.
Die gute Leistung vom letzten Kreismusikfest konnte also wiederholt werden, was man anschließend im Ochsengarten gebührend feierte.

13. - 15.07.1979 - Erstes Michaelisfest der Stadt Forchtenberg.

Mit Fanfaren eröffneten wir am Freitag das Fest. Heftiger Regen hielt uns nicht davon ab, die unter den Lauben Zuflucht suchenden Besucher mit konzertanter und unterhaltsamer Musik zu unterhalten. Am Samstagabend wirkten wir beim Unterhaltungsprogramm mit und spielten am Sonntagnachmittag zur Unterhaltung.

19.04.1980 - 30jähriges Jubiläum des Musikvereins.

Der Musikverein feiert sein 30jähriges Jubiläum mit einem Festkonzert in der vollbesetzten Turnhalle in Forchtenberg. Zu Gast war die Blaskapelle Eberstal. Im Rahmen des Konzerts wurden durch den Verband auch verdiente Musiker geehrt: Franz Stingl erhielt die Goldene Ehrennadel für 30 Jahre Musikertätigkeit, Rudolf Leger die Sonderehrennadel in Gold für insgesamt 60jährige Musikertätigkeit.

11.04.1981 - Frühjahrskonzert mit der Stadtkapelle Öhringen.

Seit 1978 veranstalten wir regelmäßig Frühjahrs- oder auch Herbstkonzerte mit Gastkapellen. Diese Tradition pflegen wir heute noch, ist das Konzert doch regelmäßiger Beweis für den Leistungsstand unserer Kapelle - und dies ohne den Druck, Wertungsrichtern gefallen zu müssen. Bei unseren Konzerten ist der einzige Maßstab: Musizieren muss Spaß machen. Und zwar dem Publikum genauso wie den Musikern.

Ein besonderer Erfolg war unser Frühjahrskonzert im Jubiläumsjahr am 08. April 2000 bei dem wir zahlreiche begeisterte Zuschauer in der vollbesetzten Turn- und Festhalle Ernsbach begrüßen konnten.

04.05.1982 - Fritz Schmälzle übergibt den Dirigentenstab an seinen Sohn Hans.

In fast 30jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit hat sich Fritz Schmälzle als Dirigent und Jugendausbilder in besonderer Weise um den Aufbau unserer Kapelle verdient gemacht. Dafür wurde er vom Verband mit der höchsten Auszeichnung bedacht: der Förderermedaille am Bande in Gold. Wir ernannten ihn zu unserem Ehrendirigenten und auch die Stadt Forchtenberg würdigte seine Verdienste mit der Verleihung der Bürgermedaille.

11.10.1987 - Kelterfest in Forchtenberg.

Dieses Kelterfest war der Vorläufer des Weinfestes, das der Musikverein organisierte. Es fand nur an einem Tag statt und bewirtschaftet wurde in und vor der Feuerwehrgarage. Bis 1997 hat der Musikverein Jahr für Jahr mit großem organisatorischem Aufwand, erheblichem finanziellen Risiko und mit lobenswertem Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer das Forchtenberger Weinfest ausgerichtet. Die Bevölkerung erlebte viele schöne Stunden an der Kelter.

02.10.1991 - Ministerpräsident Erwin Teufel besucht Forchtenberg.

Wir haben seinen Besuch musikalisch umrahmt. Zum Dank versprach er den Musikern ein Fass Bier. Um ja nichts anbrennen zu lassen, wurde beschlossen: Wir kaufen das Fass und schicken die Rechnung an die Staatskanzlei in Stuttgart.

 

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